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 John Irving - Die vierte Hand 
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Beitrag John Irving - Die vierte Hand
John Irving - Die vierte Hand

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Originaltitel: The Fourth Hand
Originalausgabe 2001, dt. Ausgabe 2002
Diogenes Verlag
436 Seiten

Während einer Indienreportage wird einem New Yorker Journalisten vor laufender Kamera die linke Hand von einem hungrigen Zirkuslöwen aufgefressen; Millionen Fernsehzuschauer sind Zeuge des Unfalls. In Boston wartet ein verschrobener Handchirurg auf eine Gelegenheit, die erste amerikanische Handtransplantation vorzunehmen. Und eine junge Ehefrau in Wisconsin hat es sich in den Kopf gesetzt, dem einhändigen Reporter die linke Hand ihres Mannes zu geben, wenn dieser stirbt. Doch der Mann ist jung und kerngesund. (Klappentext)

Als ich "Die vierte Hand" kurz nach Erscheinen gelesen hatte, war ich enttäuscht. Vom erzählerischen Sog von Irving-Werken wie "Owen Meany" oder "Gottes Werk und Teufels Beitrag" war dieses Buch weit entfernt. Auch fehlten mir die vielen skurrilen Nebenfiguren, die sonst Irvings Geschichten bevölkern. Jetzt, nach dem zweiten Lesen, gefällt mir das Buch um einiges besser, auch wenn ich es im Vergleich immer noch schwach finde.

Eigentlich ist Hauptfigur Patrick Wallingford ein typischer Irving-Held. Er ist oft etwas unentschieden, lässt sich treiben, wirkt in seinen Beziehungen zu anderen passiv, reagiert mehr auf Ereignisse oder Menschen, als das er das Geschehen aktiv bestimmt. Obwohl ich ihn sympathisch finde, fühle ich mich ihm aber beim Lesen längst nicht so nah, wie etwa John Wheelwright in "Owen Meany" oder Homer Wells in "Gottes Werk...". Woran das liegt kann ich nicht sagen, doch eine ähnliche Distanz empfinde ich auch bei den Nebenfiguren. Eine Ausnahme ist der Handchirurg Zajac, der mir von allen am lebendigsten erscheint. Durch diese Distanz konnte mich das Buch jedenfalls nicht so richtig mitreißen. Trotzdem finde ich das Buch zu kurz. Mancher Handlungsstrang endet zu abrupt, so dass ich das Gefühl hatte, dieser Teil der Geschichte sei eigentlich noch nicht zu Ende erzählt.

Ein weiterer Grund, warum ich "Die vierte Hand" als nicht so gelungen ansehe, ist der fehlende Witz. Zwar gibt es auch hier absurde und witzige Situationen (vor allem mit Dr. Zajac), doch insgesamt kommt mir die Atmosphäre eher etwas schwermütig und traurig vor. Anderen Irving-Romanen mangelt es ebenfalls nicht an traurigen Momenten, trotzdem empfinde ich den Grundton meist eher als leicht und von einem absurden (schwarzen) Humor geprägt, was diesem Werk über weite Strecken leider abgeht.

Insgesamt lässt sich "Die vierte Hand" mit "ganz nett" beschreiben. Es ist kein totaler Reinfall, teilweise recht unterhaltsam, vor allem gegen Ende allerdings etwas zäh. In meiner persönlichen Irving-Hitliste rangiert es damit im Mittelfeld.

6,5/10


9. Aug 2013 21:26
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